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Projektreise nach Benin: Was Mobilität möglich macht

Begegnungen mit unseren Projektpartner:innen und Einblicke in ihre Arbeit vor Ort

In diesem Jahr waren wir in Benin unterwegs, um unsere Projektpartner:innen zu besuchen, zuzuhören und ihre Arbeit vor Ort kennenzulernen.

Wir wollten nicht nur sehen, welche Fahrzeuge gebraucht werden. Wir wollten verstehen, für wen sie gebraucht werden, welche Wege damit zurückgelegt werden und was dadurch möglich wird.

Auf unserer Reise haben wir Schulen besucht, soziale Einrichtungen kennengelernt, Märkte und abgelegene Dörfer gesehen und viele Menschen getroffen, die sich täglich für Bildung, Schutz, Begleitung und neue Chancen einsetzen.

Dabei wurde eines immer wieder deutlich: Mobilität ist für diese Arbeit keine Nebensache. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass vieles überhaupt stattfinden kann.

Schutz und neue Chancen im Haus der Hoffnung

In Cotonou haben wir das Haus der Hoffnung der Don Bosco Schwestern besucht. Hier finden minderjährige Mütter und ihre Kinder Schutz, Unterkunft und Begleitung. Viele der Schwangerschaften sind auf Missbrauch zurückzuführen.

Die Don Bosco Schwestern unterstützen die jungen Frauen während der Schwangerschaft, bei der Geburt und in der Zeit danach. Dazu kommen psychologische und rechtliche Begleitung. Im Haus der Sonne können die jungen Mütter außerdem eine Berufsausbildung beginnen, etwa in Patisserie, Küche, Schneiderei oder im Friseurhandwerk.

Eine junge Frau, die wir dort getroffen haben, erzählt:

„Als ich neu hierherkam, hatte ich viele Sorgen und war wegen meiner Situation entmutigt.“

Mit Unterstützung des Sozialteams konnte sie neue Perspektiven entwickeln:

„Das Sozialteam hat mir sehr geholfen, diese schwierige Zeit zu überstehen und meine Zukunft zu gestalten.“

Auch für diese Arbeit ist Mobilität wichtig. Ein von der MIVA unterstützter Minibus hilft den Don Bosco Schwestern dabei, die jungen Mütter und ihre Kinder zu begleiten und ihre Arbeit an verschiedenen Orten wahrzunehmen.

Eine der Schwestern sagte bei unserem Besuch:

„Wenn die Mädchen hier ankommen, müssen wir ihnen wieder Hoffnung für morgen geben.“

Der Bus unterstützt die Schwestern dabei, diese Begleitung auch außerhalb des Hauses möglich zu machen.

Ein Ort mitten auf dem Markt

Eine ganz andere Situation haben wir auf dem Markt von Antoppa in Cotonou erlebt.

Viele Kinder und Jugendliche verbringen hier einen großen Teil ihres Tages bei der Arbeit. Manche sind erst sieben Jahre alt.

Mitten im Markt gibt es die sogenannte Baraque der Don Bosco Schwestern. Rund 5.000 Kinder kommen regelmäßig hierher. Sie erhalten eine warme Mahlzeit, können Bildungsangebote wahrnehmen, über ihre Sorgen sprechen oder einfach für einen Moment Abstand vom Alltag gewinnen.

Es ist ein kleiner Ort mitten in einem geschäftigen Markt. Und gerade deshalb ist seine Bedeutung groß.

Bei unserem Besuch wurde deutlich: Hilfe bedeutet nicht immer, sofort eine große Veränderung herbeizuführen. Manchmal beginnt sie damit, einen Ort zu schaffen, an dem ein Kind gesehen wird und einfach Kind sein darf.

Bildung braucht Wege: Claire Amitié

Auch bei Claire Amitié in Cotonou spielt Mobilität eine wichtige Rolle.

Die Schwestern begleiten junge Menschen auf ihrem Bildungsweg und bieten unter anderem Ausbildungsmöglichkeiten an. Doch viele Jugendliche leben in Vierteln, die nur schwer erreichbar sind, besonders dann, wenn Straßen schlecht oder überflutet sind.

Der von der MIVA unterstützte Geländewagen hilft dem Team, die Jugendlichen zu besuchen, Besorgungen zu erledigen und die verschiedenen Häuser zu versorgen.

Bei unserem Besuch haben wir auch den Fahrer des Fahrzeugs getroffen. Er kennt die Wege und die Herausforderungen vor Ort genau.

Seine Erfahrung zeigt, wie wichtig es ist, dort sein zu können, wo die Menschen sind.

Wo der Schulweg übers Wasser führt

Besonders eindrücklich war unser Besuch in einem Fischerdorf, das nur schwer erreichbar ist.

Die Lebensbedingungen der Familien sind sehr einfach. Für manche Kinder beginnt der Arbeitstag bereits im Alter von sieben Jahren. Damit Kinder trotzdem die Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen, haben die Don Bosco Schwestern hier zwei Schulklassen aufgebaut.

Im Unterricht lernen die Kinder lesen und rechnen. Sie singen, spielen und lernen gemeinsam. Gleichzeitig arbeiten die Schwestern mit den Eltern daran, Wege zu finden, damit die Kinder regelmäßig zur Schule gehen können.

Schwester Hanni, die das Projekt begleitet, berichtet:

„Wir haben gesehen: Das bringt wirklich etwas. Die Alphabetisierung hat sich verbessert. Die Kinder lernen bereits zu lesen und zu rechnen.“

Doch wie erreicht man eine Schule, die mitten in einer Region liegt, in der viele Wege über das Wasser führen?

Schwester Hanni erklärt:

„Mobilität ist total wichtig, weil das Projekt weit weg ist.“

Für die Wege über Land braucht das Team ein geeignetes Fahrzeug. Für den Weg über den See braucht es ein Boot:

„Wir brauchen ein Boot, um über den See zu kommen, denn es gibt keinen Landweg für ein Auto. Ohne ein Boot kann man gar nicht hin.“

Hier wird besonders sichtbar, was Mobilität bedeuten kann. Nicht das Fahrzeug selbst ist das Ziel. Entscheidend ist, wen es erreicht und was dadurch möglich wird.

Gemeinschaft und Teilhabe

Mobilität bedeutet aber nicht nur, zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen.

Bei der Communauté Emmanuel haben wir Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen getroffen, die hier Unterstützung, Gemeinschaft und einen Ort finden, an dem sie dazugehören.

Viele erleben in ihrem Alltag Ausgrenzung und Stigmatisierung. Umso wichtiger sind Möglichkeiten, gemeinsam aktiv zu sein und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Ein von der MIVA mitfinanzierter Bus ermöglicht Ausflüge und Aktivitäten außerhalb des Zentrums.

Ein gemeinsamer Ausflug mag auf den ersten Blick wie ein kleiner Moment wirken. Für Menschen, deren Alltag häufig von Einschränkungen und Ausgrenzung geprägt ist, kann er jedoch etwas sehr Wichtiges bedeuten: dazugehören, gemeinsam unterwegs sein und am Leben außerhalb der Einrichtung teilnehmen.

Eine Gemeinschaft, viele Aufgaben: Don Bosco

Bei den Don Bosco Schwestern in Benin haben wir erlebt, wie vielfältig eine einzige Gemeinschaft arbeitet.

Zu ihren Angeboten gehören eine Schule und eine technische Ausbildung mit rund 1.000 Schüler:innen. Darüber hinaus gibt es Bildungsangebote für Kinder, die bisher keine Schulbildung erhalten haben, sowie ein Mädchenhaus für 5- bis 18-jährige Mädchen, die Gewalt oder Ausbeutung erlebt haben.

Für diese unterschiedlichen Aufgaben ist Mobilität unverzichtbar.

Der von der MIVA unterstützte Toyota Rumion hilft den Schwestern, die verschiedenen Bereiche ihrer Arbeit zu erreichen, Kinder und Jugendliche zu begleiten und notwendige Fahrten, etwa ins Krankenhaus, zu ermöglichen.

Manche Wege führen dabei bis zu 200 Kilometer weit.

Bei unserem Besuch haben wir gesehen, wie viel Leben hinter dieser Arbeit steckt: Unterricht, Ausbildung, Begegnungen und Begleitung. Dahinter steht eine Gemeinschaft, die sich jeden Tag für Bildung, Schutz und neue Chancen einsetzt.

Hinter einem Fahrzeug steht deshalb nicht nur ein Fahrzeug. Dahinter steht eine ganze Gemeinschaft.

Was von der Reise bleibt

Unsere Reise durch Benin hat uns viele unterschiedliche Lebensrealitäten gezeigt. Aber auch etwas, das sie miteinander verbindet.

In Cotonou geht es um junge Mütter, die eine neue Perspektive für sich und ihre Kinder suchen. Auf einem Markt geht es darum, Kindern einen sicheren Ort und Zugang zu Bildung zu geben. In Schulen geht es um Lernen und Ausbildung. In einem abgelegenen Fischerdorf führt der Schulweg über das Wasser. Und in einer Gemeinschaft für Menschen mit Behinderungen geht es um Begegnung und Teilhabe.

Die Projekte sind unterschiedlich. Doch überall braucht es Menschen, die unterwegs sein können.

Mobilität ermöglicht es, Kinder zu erreichen, Familien zu begleiten, Schulen zu versorgen, Bildungsangebote aufrechtzuerhalten und Menschen am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.

Deshalb ist Mobilität für unsere Projektpartner:innen kein Selbstzweck.

Sie schafft Möglichkeiten.

Und genau das haben wir auf unserer Reise erlebt.

Mobilität ist teilbar.

VIDEO: Unsere Projektreise durch Benin 

Was bedeutet Mobilität für unsere Projektpartner:innen? Unser Video nimmt euch mit auf unsere Reise durch Benin, zu Schulen, sozialen Einrichtungen, Märkten und einem Fischerdorf, das nur über das Wasser erreichbar ist.

Mobilität möglich machen

Was wir in Benin erlebt haben, zeigt: Mobilität kann den Unterschied machen. Sie bringt Menschen zu Schulen, ermöglicht Begleitung und schafft Zugang zu Orten, die sonst schwer erreichbar wären.

Mit Ihrer Spende helfen Sie mit, dass unsere Projektpartner:innen mobil bleiben und Kinder, Jugendliche und Familien die Angebote erreichen können, die ihnen Bildung, Schutz, Begleitung und neue Chancen ermöglichen.

Jetzt spenden und Mobilität möglich machen.